Als echte Do-it-yourself-Typen haben wir beim ersten Foto-Shooting natürlich auf professionelle Models verzichtet. Klar musste Kalle aufs Bild, weil niemand so schön strahlen kann wie er. Dazu ein bisschen Jungvolk aus Familie und Freundeskreis, das schien uns genau die richtige Mischung. Jetzt fehlte nur noch ein Fotograf. Nach den Kriterien «Website macht einen guten Eindruck», «ist in der Nähe», «hat nächste Woche Zeit», «kostet kein Vermögen» fiel die Wahl auf Andreas Muhmenthaler im bernischen Kirchberg, zehn Minuten von unserer Haustür entfernt.

Mit frisch gebügelten Germany Jackets, einem Fussball, diversen anderen – nicht benutzten – Requisiten und guter Laune tauchten wir ab in das Tiefgaragen-Atelier. Schminken? Nö. Wir sind schön genug. In zwei Stunden wollten wir alles im Kasten haben. Kalle machte – erst noch etwas hüftsteif – den Anfang. Kaum stand er im Scheinwerferlicht vor der malerischen Betonwand, erwachte die Heidi in mir… Das stundenlange, vermeintlich sinnlose Glotzen von Germany’s Next Topmodel machte sich bezahlt: «Winkel mal den Arm an, das Kinn ein bisschen tiefer! Vorsicht, du hast die Jacke umgeschlagen!» Nach Herzenslust kommandierte ich meinen Mann herum.

Dann probierten wir alle möglichen Kombinationen aus: zu zweit, zu dritt, zu viert… Und alle hatten gute Ideen. Thorsten fand, ohne T-Shirt sehen die Jacken noch cooler aus; Lio wollte Sonnenbrillen, Willi einen Ball. Wozu stand im Studio diese Stange herum? Her damit. Sieht aus wie im Stadion. Die Windmaschine anstellen? Nee, bringt nichts bei den kurzen Haaren. Aber Nebel wäre geil! Und jetzt alle hochspringen. Müssen wir die Unterhosen später weg-photoshoppen? Alle hatten riesig Spass – auch der Fotograf. Und alle waren happy, als er am Ende eben nicht sagte: «Ich habe heute leider kein Foto für dich.»