Okay, machen wir’s kurz: Wer den besten Fußball spielt, aber keine Tore schießt, wird nicht Europameister – und dies, obwohl wir Fans mehr als bereit gewesen wären, den nächsten Titel mit La Mannschaft zu feiern!

Doch der Reihe nach: Das Germany Jacket Team hatte mit Freunden und Familie für fünf Wochen während der EM ein großes Haus bei Nizza gemietet. Wir waren durchgängig zwischen 12 und 16 Personen in unserem „Basecamp“. Von dort aus haben wir alle Spiele live im Stadion oder zuhause bei unserem privaten Public Viewing gesehen.

Was sich in der Vorrunde gegen Ukraine, Polen und Nord-Irland abgezeichnet hatte, ist dann auch in der KO-Runde eingetreten: Chancen, Chancen, Chancen; Ballbesitz bis zum Gehtnichtmehr – aber keine oder wenig Tore. Das war ein wenig zum Verzweifeln … Nur als Beispiel: gegen Nord-Irland – 1 : 0 gewonnen. Aber, was soll das – das Ding hätte 5 : 0,  6 : 0 oder 7 : 0 enden müssen!

Das Achtelfinale mit dem 3 : 0 gegen die Slowakei war noch die überzeugendste Vorstellung, obwohl auch hier das Ergebnis hätte deutlich höher ausfallen können – ja müssen!

Dann das Viertelfinale gegen Italien. Endlich ein Sieg nach 46 Jahren des Darbens bei wichtigen Anlässen, wenngleich auch erst im Elfmeterschießen. Aber diese Partie geht in die Geschichtsbücher ein und hat einfach alles gezeigt, was Fußball spannend macht – vor allem der Schluss!

„Halbfinale gegen den Gastgeber-Erfahrung“ reisten wir nach Marseille. Das war schon großes Kino in den ersten 45 Minuten und La Mannschaft hat super gespielt. Und dann wieder so ein völlig blödsinniger Elfmeter, der unser Team völlig aus dem Rhythmus gebracht hat … und der KO-Schlag durch Griezmann (den bräuchten wir übrigens vorne im Sturm!). Aus war der Traum vom Finale und dem 4. EM-Stern. Was nützen da 68% Ballbesitz gegen Frankreich und ein überzeugender Auftritt, wenn vorne keine Tore geschossen werden.

Dafür konnten wir zum Endspiel „entspannt“ nach Paris reisen, haben die wunderschöne Stadt besichtigt und sind abends zum Finale ins Stade de France gegangen. Ganz ehrlich: mit viel Wehmut und Bedauern. Denn, was man da phasenweise auf dem Rasen gesehen hat, war nix bis haarsträubend und man hat ein wenig den gepflegten Fußball von La Mannschaft vermisst und hätte sie gerne auf dem Thron gesehen.

Aber, was soll’s: So ist nun mal Fußball und Portugal ist Europameister und wir gönnen es ihnen! Bye, bye France – see you in Russia!