Die Europameisterschaft 2012 hatte Kalle also wegen seinem blöden Beinbruch verpasst. Nun hiess es nach vorne blicken: zur WM in Brasilien 2014, das müsste doch irgendwie klappen! Bilder vom Maracana-Stadion, von ausgelassenen Strandpartys, von einem strahlenden Schweini, der den WM-Pokal küsst, prägten die Tagträume meines Mannes. «Ich fahr da hin. Mit einem ganzen Trupp von Freunden», eröffnete er mir eines Oktobermorgens beim Frühstück. «Aber die müssen dann alle so ein Jacket in Schwarz-Rot-Gold haben!» Eine halbe Tasse Kaffee war er schon einen Schritt weiter:«Stell dir mal vor, wie geil das im Stadion aussehen würde: mit einem ganzen Fan-Block im Germany Jacket!»

Und dann ging alles – auch von vielen Zufällen vorangetrieben – ziemlich schnell: Wir sitzen bei einem Fussball-Oktoberfest in Bern neben einem netten Patentanwalt. Uns wird klar: Hey, diese Super-Idee müssen wir schützen! Am nächsten Tag fotografiert Kalle sein Germany Jacket ab und beantragt den Design- und Geschmacksmusterschutz (zu empfehlen: Patentanwälte Bovard). Dann treffen wir bei einem Fest Helga, eine Freundin von Kalles Schwester, die im Textil-Im-und-Export tätig – und gleich begeistert ist! Schon wenig später sitzen wir zusammen und sprechen über Stoffe, Schnitte, Verpackungen, Container…

Glücklicherweise kennt Helga auch einen zuverlässigen Produzenten in China, der qualitativ hochwertige Anzüge, Jacken und vieles mehr produziert. Davon muss Kalle sich natürlich selbst überzeugen. Wenige Wochen und viele E-Mails und Telefonate später sitzen Helga und Kalle im Flugzeug nach Xiamen! Stundenlange Ortsbegehungen, Verhandlungen, Gespräche finden statt. Jedes noch so kleine Detail wird besprochen. Erfolgreich. Auch für Sight-Seeing und Kulinarik ist kurz Zeit. Kalle kommt nach Hause und sagt: «Wir machen das.»